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"U(X) in Health Design"

Der Workshop „U(X) in Health Design“ auf der Mensch und Computer 2015 in Stuttgart beschäftigte sich mit „smarten“ Hilfsmitteln für den Gesundheitssektor. Diese bieten vielfältige Möglichkeiten, um therapeutische Angebote zu optimieren und zu ergänzen. Unabdingbar ist dabei der Einsatz eines menschzentrierten Vorgehens bei der Gestaltung dieser Technologien.

Der erste Vortrag Usability in medizintechnischen Softwarefirmen: Eine Interviewstudie zur aktuellen Lage behandelte die Masterarbeit von Franziska Trauzettel (im Folgenden kurz zusammengefasst von der Autorin): „Die Berücksichtigung menschenzentrierter Gestaltungsaktivitäten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Neu- und Weiterentwicklung interaktiver Technologien. Zur Verbesserung der Bedienbarkeit und insbesondere zur Vermeidung von Fehlbedienungen ist Usability im Bereich Medizintechnik von grundlegender Bedeutung und die lückenlose Dokumentation eines Usability-orientierten Vorgehens notwendige Voraussetzung für ein erfolgreiches Zulassungsverfahren als Medizinprodukt. Allerdings lassen die hierfür vorgesehenen Normen aufgrund ihres allgemeinen Charakters einen großen Spielraum für das Verständnis und die praktische Umsetzung von Usability-Maßnahmen im Produktentwicklungsprozess. Ziel der vorgestellten Masterarbeit war es, das Verständnis von Usability und die gängige Anwenderpraxis zu erheben, um das Konzept als aktuelle Momentaufnahme aus Sicht der Medizintechnik zu beleuchten. Hierzu wurden bundesweit Mitarbeiter/innen aus insgesamt 21 Software-produzierenden medizintechnischen Unternehmen mittels qualitativen Telefoninterviews befragt. Um ergänzend einen Einblick in andere Industriezweige zu gewinnen, wurde ein Usability-Selbsttest online erhoben. Auf Basis der Ergebnisse können zentrale Usability-Aspekte vergleichend zwischen Medizintechnik und anderen Wirtschaftsfeldern identifiziert sowie ein idealtypisches Phasenmodell zum methodischen Vorgehen vorgestellt werden. Zudem lassen sich aus den Ergebnissen wichtige Handlungsbedarfe ableiten, die es durch zukünftige Forschung und geeignete Maßnahmen zu adressieren gilt.“

Der Vortrag Unterstützungsansätze in der Versorgung mittels mobiler Geräte und Telemedizin von Natalie Jankowski stellte das aktuelle Forschungsprojekt BeMobil vor, in dessen Rahmen das Potential der Telemedizin bei der Versorgung untersucht wurde. Die besondere Relevanz des Themas wird schon heute durch die Versorgungslücken deutlich, die durch den demographischen Wandel und das Stadt-Land-Gefälle ausgelöst werden. Bei der Telemedizin können unterschiedliche Kommunikationswege zwischen Arzt, Patient und eventuell Therapeut unterschieden werden. Auch zeitlich synchrone (wie Telefon) und asynchrone Verfahren (SMS, E-Mail) stehen für den Informationsaustausch zur Verfügung. Durch einen Fragebogen für Patienten und Behandler von Schlaganfall und Skoliose sollten offene Fragen zur Techniknutzung und Nutzungsbereitschaft von Telemedizin geklärt werden. Die Ergebnisse zeigten das große ungenutzte Potential: Bei den Befragten zeigte sich eine hohe Nutzung und Akzeptanz mobiler Geräte und auch eine hohe Bereitschaft auf beiden Seiten diese zukünftig einzusetzen.

Im Vortrag Anforderungsanalyse für die nutzergerechte Gestaltung eines Bedienkonzepts für robotergestützte Telerehabilitationssysteme in der motorischen Schlaganfallrehabilitation von Ekaterina Ivanova wurden die Ergebnisse einer Anforderungsanalyse an ein multimodales robotergestütztes System für motorische Rehabilitation nach Schlaganfall in häuslicher Umgebung dargestellt. Die Intention ist es, den Patienten nach einem Schlaganfall und dem Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung (Dauer: 6 Wochen in Deutschland) mit einer robotergestützten Telerehabilitation weiter zu begleiten. Besondere Herausforderung dabei ist es, das Interface an die Fähigkeiten des Patienten anzupassen, aber auch dem Arzt eine effiziente Arbeitsweise mit dem System zu ermöglichen.

In dem sich anschließenden interaktiven Teil wurden die Teilnehmer mit realistischen Problemstellungen („Szenarien“) konfrontiert und sollten in Gruppen Lösungen erarbeiten (wie im zweiten Beitragsbild dargestellt), die später im Plenum diskutiert wurden.

 

Bildquelle: UseTree

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